Am 17.04.2026 stand mein zweiter HYROX Wettkampf in Köln an – dieses Mal im Double Open Men.
Die Wochen davor liefen eigentlich genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Training, Struktur und Fokus waren da, alles hat sich stimmig angefühlt. Doch manchmal zeigt sich erst im Wettkampf, was wirklich funktioniert – und was nicht.
Die Vorbereitung – Taper Week unter Druck
Eine Woche vor dem HYROX stand noch ein 10 Kilometer Race an. Ein Lauf – so schnell es geht. Und genau dieser Lauf hat mehr Energie gekostet, als ich in dem Moment realisiert habe.
Die darauffolgende Taper Week war körperlich, aber vor allem emotional eine der härtesten Phasen, die ich bisher erlebt habe.
Mentale Herausforderung statt körperliche Stärke
Ich habe mir in dieser Zeit extrem viel Druck gemacht. Gedanken wie „Wir sind nicht bereit“, „Die Form reicht nicht“ oder „Das wird nichts“ waren plötzlich dauerhaft präsent.
Die Motivation im Training war niedrig, die Vorfreude auf den Wettkampf kaum vorhanden. Ein Zustand, den ich so von mir eigentlich nicht kenne.
Hybrid Fitness ist für mich genau das – nicht nur körperlich, sondern auch mental.
Hybrid Ernährung in der Taper Week
Trotz dieser mental schwierigen Phase habe ich meine Ernährung konsequent durchgezogen. Ich habe mich nicht an einen klassischen Plan gehalten, sondern an mein eigenes Hybrid-Fuel-Ernährungssystem, das ich schon Wochen zuvor und auch nach dem Wettkampf beibehalten habe.
Für mich bedeutet das, mich an einfache Grundregeln zu halten, gleichzeitig flexibel zu bleiben und meinem Körper über hochwertige, möglichst unverarbeitete Lebensmittel genau das zu geben, was er braucht.
Meine Ernährung bestand in dieser Phase vor allem aus Tofu Bowls mit Rizoni, Smoothie Bowls und einer konstant hohen Proteinzufuhr von meist über 200 Gramm pro Tag. Dabei geht es mir nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern konstant Energie zu liefern und die Regeneration zu unterstützen.
Struktur statt Zwang
Das Hybrid-Fuel-System gibt mir Struktur, ohne mich einzuschränken. Ich esse regelmäßig, bewusst und immer angepasst an meine aktuelle Belastung. Gerade vor einem Wettkampf ist genau das entscheidend, um konstant leistungsfähig zu bleiben.
Carb Cycling vor dem HYROX
In den letzten Tagen vor dem Wettkampf habe ich meine Kohlenhydratzufuhr gezielt angepasst. Zunächst habe ich die Kohlenhydrate reduziert und am Tag vor dem Wettkampf bewusst stark erhöht – auf etwa 750 Gramm. Ziel war es, die Energiespeicher maximal zu füllen und optimal vorbereitet an den Start zu gehen.
Der Wettkampftag – Zwischen Zweifel und Realität
Der Wettkampftag begann eigentlich perfekt. Die Sonne hat geschienen, das Wetter war stark und alles war vorbereitet. Und trotzdem hatte ich direkt nach dem Aufwachen das Gefühl: Du bist nicht bereit.
Dazu kamen Probleme in der Leiste und im Knie, die mich bereits in den Wochen zuvor begleitet haben.
Kein Gefühl von Bereitschaft
Innerlich war da wenig Motivation, wenig Vertrauen und ehrlich gesagt auch kaum Lust auf den Wettkampf. Ein Zustand, den ich so nicht von mir kenne.
Stimmungswechsel auf der FIBO
Auf der FIBO hat sich die Stimmung langsam gedreht. Wir haben gemerkt, dass wir uns selbst aus diesem Tief rausholen müssen und haben uns bewusst gesagt: Lass uns einfach Spaß haben.
Nicht maximaler Druck, sondern einfach das Erlebnis mitnehmen.
Der Start – Überholspur statt Zweifel
Wir sind in unserer Startwelle relativ weit vorne gestartet und waren dadurch von Beginn an auf der Überholspur. Wir haben konstant Leute überholt und genau das hat uns Energie gegeben und mental gepusht.
Nach der ersten Station kam trotzdem der Gedanke: Das wird knüppelhart.
Doch nach der ersten Laufrunde hat sich mein Körper stabilisiert und es war klar: Du kannst diese Pace halten.
Körper vs. Kopf
Während mein Kopf gezweifelt hat, hat mein Körper geliefert. Ich konnte einen Puls von über 170 halten, mich in kurzen Pausen erholen und konstant Leistung abrufen.
Genau das ist für mich die Essenz von Hybrid Training – unter Belastung funktionieren und gleichzeitig schnell wieder in Kontrolle kommen.
Fehler, die Zeit kosten
So gut es körperlich lief, so schlecht war unsere Vorbereitung in anderen Bereichen. Wir haben uns die Strecke nicht genau angeschaut, uns nicht abgestimmt und sogar eine Runde zu viel gelaufen. Dadurch haben wir unnötig Zeit verloren.
Bestzeit trotz Fehlern
Trotzdem haben wir unsere Zeit vom letzten Jahr verbessert – von 1:07 auf 1:04. Drei Minuten schneller, obwohl wir wussten, dass mehr drin gewesen wäre.
Der Moment im Ziel
Als wir im Ziel standen, war das Gefühl gemischt. Bestzeit, aber keine echte Zufriedenheit.
Also haben wir gesagt: Lass uns einfach hier stehen bleiben, bis jemand schneller ist. Und genau das haben wir gemacht. 25 Minuten lang kam niemand – und in diesem Moment wurde uns klar: Wir waren gut.
Die Tage danach – Hybrid Regeneration
Nach dem Wettkampf sind wir direkt wieder in Bewegung gekommen. Am Samstag eine lockere Fahrradtour mit etwa 40 Kilometern, am Sonntag ein Long Run.
Die Beine waren komplett dicht, aber genau hier zeigt sich für mich der Vorteil von Hybrid Training – die Belastung zu variieren und trotzdem aktiv zu bleiben. Bewegung statt kompletter Pause.